Vom Inhalt zur Struktur

Der Ansatz der Systemischen Arbeit mit den Inneren Personen unterscheidet sich grundlegend und radikal von fast allen anderen Therapierichtungen. Wir wenden uns nicht dem Inhalt des Gesprochenen zu, vielmehr interessiert uns: Wer spricht? Wer sitzt vor uns? Wechseln sich im Gespräch verschiedene Personen ab? Sind atmosphärisch weitere Innere Personen fühlbar?

Nach dem Vorgespräch wählt die Therapeutin eine der anwesenden Inneren Personen des Klienten aus, mit der sie in dieser Sitzung direkt Zeit verbringt. Die Innere Person bekommt einen eigenen Platz im Raum zugewiesen. Der Klient begibt sich dahin und überlässt sich dem, was da passiert. Er ist jetzt unmittelbar nur diese eine Innere Person. Ohne dass sich der Klient aktiv analysiert, wird durch seine Körpersprache und sein Energiefeld bereits vieles deutlich: Wohin schaut die Innere Person? Wie steht sie da? Was fühlt sie? Fühlt sie überhaupt was? Spricht sie oder ist sie schweigsam? Sucht sie den Kontakt oder zieht sie sich daraus zurück? Wie ist die Atmosphäre?

Die Erfahrung, in einer Inneren Person zu sein, ist nicht ein „Erzählen-über“ sondern ein „Sein-in“. Die Therapeutin lässt die Innere Person dabei genau in dem Zustand, in dem sie sowieso schon ist. Sie hilft nur, diesen Zustand differenziert wahrzunehmen. So bekommt die Innere Person im Kontakt mit ihrem Gegenüber ein unmittelbares Gefühl für sich selbst.

In verschiedenen Sitzungen lernt der Klient die Hauptakteure seiner Innenwelt kennen. Allmählich zeichnet sich die individuelle Struktur seiner Psyche ab.

 

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